Nicht mit mir!

Wenn Ärger und Verletzungen die Handlungen bestimmen, wird´s gefährlich.

Die Ader an der Stirn schwoll beängstigend an. Eine Flut von wüsten Beschimpfungen schoss aus dem Mund des Geschäftsmannes. Ziel seiner Beschimpfungen war sein Companion.

Der Companion suchte behände das Weite, was den stehengelassenen Herrn noch mehr erregte. „Ein Heuchler sei dies. Nun wo ich als Berater dabei wäre, würde er so tun, als ob er der Gute wäre. Ansonsten wäre gerade dieser derjenige, der ihn mit seiner Cholerik an den Rand der Verzweiflung bringen würde….

Diese Szene ist nur eine unter hunderten, die ich in meinem Berufsalltag erlebe. Die Besetzung der Streitrollen ist unterschiedlich,- einmal sind es Frauen, einmal Männer, die ausrasten; einmal sind es Gruppen, die sich aus Führungskräften zusammensetzen und das Problem haben; ein anderes Mal Zweier - oder Dreierkonstellationen; einmal Vorstände oder politische Organisationen, ein anderes Mal Gesellschafter, dann wieder Ärzte innerhalb verschiedenster Veranstaltungen. Was immer gleich ist, ist die Ursache des Wutausbruches, verletzte und aufgestaute Gefühle, die in Ohnmacht münden und gleich einer Naturgewalt ausbrechen. Und vor allen Dingen das zu Grunde liegende Gefühl von Ungerechtigkeit.


Kein Halten mehr

In diesem Stadium des eskalierten Konflikts geht es schon lange nicht mehr um Fakten und um das Geschäft. Es geht um Gerechtigkeit versus Ungerechtigkeit, um Macht versus Ohnmacht, um aufgestaute Verletzungen, die geschehen sind und nie geklärt wurden und es geht um die Allergie, die sich entwickelt hat und den Konfliktpartner betrifft.

Hier auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen, nachdem, wie es nun wirklich ist, ist riskant. Riskant für die Hilfesuchenden und riskant für mich als Beraterin. Die Hilfesuchenden würden Zeit ohne Ende verlieren, während das angeschlagene Geschäft noch mehr „vor die Hunde” geht. Denn nicht selten kommen Konfliktbeteiligte erst dann zu mir, wenn der vorhandene Konflikt die Beteiligten schon in die finanzielle Enge getrieben hat. Manche stehen kurz vor der Insolvenz.

Für mich als Konfliktberater besteht das Risiko, keinem mehr gerecht zu werden, wenn die Suche nach der Wahrheit das ist, worum ich mich als Berater kümmere.
Aber gerade in diesem Konfliktstadium ist der Drang nach „Gerechtigkeit” sehr groß. Jeder der Beteiligten versucht aufzuzeigen, wo der Fehler des anderen liegt und was seine Wahrheit ist. Genau diese Gerechtigkeit saugt jegliche Rationalität auf, bringt das Blut zum Wallen und die Wut zum Ausbruch.



Der Infarkt einer Firmierung heißt WUT

Beschreibe ich eine Konfliktdeeskalation mit einem Bild, dann fällt mit sofort eine Schlangengrube ein, angefüllt mit den exotischsten Giftschlangen jeglicher Größe. Umgeben von einer weitreichenden Fläche, gespickt mit unzähligen, aber gut getarnten Fallgruben und ausgedehnten Landgürteln, die mit Warnschildern, „Vorsicht Gift”, ausgestattet sind. Mittenmang stehen alle Beteiligten, die Mitarbeiter samt mir.

Für mich als Konfliktberaterin ist dieses Szenario kein Problem, denn ich weiß mit dem Gift umzugehen und erkenne schon auf große Distanz hin, die nächste Fallgrube. Vor allen Dingen weiß ich, wie man solche Prozesse entgiftet und Frieden ins Geschehen bringt.

Nur für meine Kunden ist dieses Stadium der Konfliktdeeskalation hoch gefährlich. Denn sie stecken buchstäblich mitten im Gift. Kennen nur noch die Unverschämtheit des anderen, sind schwer verletzt, verpulvern ihre wertvolle Zeit mit ellenlangen erklärenden und angreifenden Mails und sind hoch beschäftigt, aber nicht mit der Rettung des Geschäfts, sondern mit dem Kampf um die Gerechtigkeit. Die Mitarbeiter klagen, sind ebenso damit beschäftigt, nicht in die nächsten Fallgruben zu verschwinden und bangen mit fortschreitender Konfliktkurve um ihren Arbeitsplatz. Alle sehnen sich nach einer Konfliktbehebung, nur leider fehlt es dafür so gut wie immer am Geld. Mit fortschreitendem Konflikt immer mehr, denn nun geht es dem Geschäft immer mehr an den Kragen, denn der Konflikt zeigt nicht nur bei den Beteiligten seine Spuren, sondern ebenso bei den Aufträgen. Diese bleiben mit andauerndem Konflikt aus. Kaum einer der Beteiligten erkennt hier noch, dass das lediglich Folgen des offenen Konflikts sind und dass eine Behebung des Konflikts die ersehnte Ruhe und Erholung bringt. Von außen erscheint es fast so, als ob die einzige Möglichkeit dem Horror zu entkommen, der Exodus der Firmierung wäre oder die Trennung der Partner oder das Verschwinden zumindest eines Konfliktbeteiligten.

Dem ist nicht so. Die mit der Zeit des reifenden Konflikts deutlich unkontrollierbaren Ausbrüche einiger Konfliktbeteiligten deuten den nahenden Infarkt an. Sie sind lediglich die Folge eines in die Tage gekommenen Konflikts. Der Berater hat hier nur eines zu tun. Den Infarkt zu vermeiden, indem die Faktoren, die zu ihm führen, unverzüglich gestoppt werden.

Einsicht ist der erste Schritt zur Genesung - Trennen kann man sich immer, aber bitte außerhalb des heißen Konflikts.

Das wohl Schwierigste in dieser Konfliktphase ist das Loslassen der (Un)Gerechtigkeit. Besonders für denjenigen, der die Verluste auf seiner Seite sieht. Zu groß ist der Schaden der vergangenen Zeit. Nun soll mit dem Auftauchen des Konfliktberaters plötzlich der ganze Spuk vorbei sein? Der Konflikt keine Rolle mehr spielen, sondern die Erhaltung des Geschäfts?

Ich erlebe immer wieder, dass der Drang nach dem Aufrollen des Konflikts groß ist. Neben der Sehnsucht, dass alles vorbei ist und endlich wieder Ruhe herrscht, regiert das Gefühl nach Vergeltung und Rache. Gerecht werden sollen all diese Handlungen, die zu Verletzungen führten.

Meine Erfahrung als Beraterin zeigen eindeutig, dass jegliche Zuwendung zum Konfliktgeschehen hin, eine gegenteilige Wirkung haben, als wie es die Institution braucht, in der der Konflikt stattfindet. Wenden wir uns dem Konflikt zu, dann wird Zeit verschlungen, in der nicht geklärt wird. Klären können wir nur außerhalb des heißen Konflikts. Dieses Einsehen braucht es, damit alle Beteiligten am Tisch sitzen bleiben und den verloren gegangenen Kontakt zum Geschäft wieder aufnehmen. Geschieht diese Einsicht nicht, ist der Ruf nach einem Staranwalt groß, der endlich für Recht und Ordnung sorgt und es dem anderen einmal so richtig zeigt…. Die Praxis zeigt, lassen sich die Konfliktbeteiligten auf eine Klärung ein, so rückt der Konflikt in den Hintergrund und damit auch die Allergie. Plötzlich ist eine Zusammenarbeit wieder möglich. Daher mein Raten, trennen kann man sich immer, aber bitte außerhalb des heißen Konflikts.



Das Unternehmen ist der Verlierer - Machen Sie es zum Gewinner! WIR HELFEN.

Beim Konfliktgeschehen gibt es einen eindeutigen Verlierer, das Unternehmen, in dem das Drama sich abspielt.

SOMMER EVENT, Institut für Teambuilding, Coaching & Consulting stärkt die Institution, die ihr Brötchengeber ist. Wir sichern die Existenzgrundlage aller Mitarbeiter und führen auf eine Kommunikationsebene, auf der Klärung wieder möglich ist. Wir verhindern blinde Zerstörung und bedrohliche Willkür und bringen dort Ehrung hin, wo es Ehrung braucht, damit aus einem verlustigen Unternehmen ein gesundes wird. Wir verlangen keine Wunder, aber freuen uns über jedes, was sich auf dem Weg zum gesunden Unternehmen ereignet. Wir erwarten keine Freundschaft unter einst verstrittenen Partnern, empfinden diese aber als durchaus möglich, wenn der Dorn des Konflikts gezogen wurde. Unsere Erfahrung bestätigt uns in diesem Denken.

Ihnen ein gesundes Arbeitsklima.

 

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