Tiefe innere Entwicklungsprozesse

Beim letzten Veranstaltungswochenende von Institut Sommer waren tiefe innere Prozesse das Thema. Jeder Teilnehmer ist in seinen ureigenen tiefen Prozess hineingegangen. Jeder Mensch hat solche tiefen innerlichen Prozesse. Sie zeigen die eigene Begrenzung auf, in der wir leben und in dessen Raum wir uns unser alltägliches Leben eingerichtet haben. Gehen wir in solche innere Prozesse hinein und lassen sie uns von Prozessbegleitern begleiten, dann können wir unsere eigene Begrenzung verringern. Wir gewinnen Freiheiten zurück, die uns einige unserer Erlebnisse in der Vergangenheit, irgendwann genommen haben.

Was von außen einfach erscheint ist schwierigste Arbeit!
Betrachten wir von außen solche Entwicklungsprozesse, so können wir schnell den fehlenden Schritt erkennen, den die betreffende Person einfach machen müsste, um aus ihrem innerlich gefühlten Dilemma auszusteigen. Dieser kleine Schritt, meist eine fehlende Handlung, würde der Person schnell Lösungen liefern, die das vorhandene Problem auflösen.

Warum wird dieser Schritt nicht gemacht?
Weil die innere Grenze vom eigenen Verstand bewacht wird. Der Verstand ist die Instanz, die unser Lernen als Kind wieder spiegelt. Wir haben die größten Begrenzungen unserer Eltern einfach übernommen und begrenzen uns nun selbst. Und das mit diesen Begrenzungen. Und diese Grenzen sind hartnäckig und durch allerlei Verhaltensweisen von Abwehr umgeben.

Wie überwinden wir solche Grenzen?
Erst einmal durch eine Entscheidung. Kann und will ich mit diesen Grenzen leben? Alles womit wir hier leben könnten, sollten wir so lassen wie es ist. Denn die Veränderungsarbeit an solchen persönlichen Grenzen braucht Geduld und einen äußerst starken Willen, der sich auch gegen den eigenen Verstand durchsetzt. Während eines solchen Prozesses wird der eigene Verstand äußerst trick- und erfindungsreich. Er kämpft mit den Bandagen, die uns in unserem Leben begegnet sind. War eine solche Bandage Aggression, na dann wird eben mit Aggression aufgewartet und die trifft dann denjenigen, der an einer solchen Grenze arbeitet oder sie eben unwissentlich berührt hat, wie zum Beispiel, Partner, Kollegen, Familie, der Chef oder eben die Angestellten etc..
Sollten wir aber eine Grenze haben, die uns so richtig nervt, weil sie uns einfach zu viel Lebensraum wegnimmt, dann lohnt sich die mühselige Arbeit an solch einer inneren Begrenzung.

Kann man sich selbst bei solchen Prozessen begleiten?
Ja, innerhalb des bewussten Prozesses schon. Kommt aber Unbewusstes hinzu, dann geht es nicht mehr. Denn das können wir ja selbst nicht sehen. Da braucht es den außenstehenden Begleiter, der für uns hier das Sehen übernimmt und das Unbewusste bewusst macht. Die Bewusstheit können wir aber auch selbst vergrößern, indem wir auf die Stimmen achten, die uns von außen unser Verhalten wieder spiegeln. Nicht die Kritik, die in solchen Stimmen verborgen ist, ist interessant, sondern die Anteile, die das Sehen des Außenstehenden in Bezug auf die Lösung sichtbar machen. „Man bist du blöd. Warum machst du nicht ... ?” Oder: „Siehst du nicht, dass dir XYZ nicht gut tut? Geh doch endlich!”
Das Gehen bzw. verlassen der Situation wäre die einfache und bislang noch fehlende Handlung. Die innere Begrenzung lässt es einfach nicht zu, dass wir die für uns schlechte Situation verlassen. Die Argumentationen, die uns selbst zeigen, dass es doch aus welchen Gründen auch immer nicht geht, einfach zu gehen, zeigt unseren sturen Verstand, der mit aller Macht und Vehemenz die Grenzen unserer Eltern durchfechtet und uns zum Bleiben auffordert.

Schluss mit lustig ...
Wenn es Ihnen reicht an einem Punkt immer wieder an Ihre Grenzen zu geraten, dann können Sie sich für einen solchen tiefen inneren Prozess entscheiden. Wenn es Ihnen dann auch noch gelingt, sich nicht in Vorstellungen zu begrenzen, wie lange ein solcher Prozess nun sein darf und sollte, dann haben Sie eine gute Ausgangsposition erreicht. Dann kann man schauen, wie schnell Ihr Prozess an der Grenze und herüber ist. Bei einigen Kunden war die Grenze an einem intensiven Tag überwunden, bei anderen war es ein sanfter langanhaltender Prozess. Jeder Prozess bringt neue Erkenntnisse und damit ein kleines Stück mehr persönlicher Freiheit.



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