Zwillings- und Symbioseforschung

1994 entstand zum Thema Zwillings- und Symbioseforschung die Diplomarbeit „ Das doppelte Lottchen, Lebensprägung auf der Basis von symbiotischen Zwillingsbeziehungen“. Aufbauend auf die dort gesammelten Forschungsergebnisse integrierte Anke Sommer das Wissen in die Arbeit rund um zwischenmenschliche Beziehungen.

Kaum ein anderer Mensch macht so starke Individualisierungsprozesse durch wie ein eineiiger Zwilling. Das liegt in der Natur der Sache: Vom Moment der Zeugung an ist ein eineiiger Zwilling nie allein. Häufig werden eineiige Zwillinge von ihrer Umwelt nicht als Individuen gesehen. Ähnlich verhält es sich bei Mehrlingen. Geschwister-Themen können von Mehrlingen potenziert erlebt werden.

Die Inhaberin vom INSTITUT SOMMER, Anke Sommer, ist ein eineiiger Zwilling und kennt daher aus eigener Erfahrung die Nöte, Bedürfnisse, Emotionen und Wünsche, die aus einer Zwillingsbeziehung wachsen können. Sie weiß um das spezielle Bedürfnis nach Nähe, die Selbstverständlichkeit in der Nähe und das darin befindliche Potential. Sie kennt die Fragen, die Überforderungen und die ungewollten „Fehler“ von Betreuern, Lehrern und auch Eltern, die aus Unkenntnis der Welt in und um Zwillinge/Mehrlinge geschehen.

Zwillinge treten relativ selten auf. Weltweit ist in etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt. Zwillinge stammen von gleichen genetischen Eltern ab und wurden am selben Tag gezeugt. In der Regel werden sie auch am gleichen Tag geboren. Das Wort Zwilling leitet sich vom Wort zwei ab. Umgangssprachlich bedeutet das, dass „es davon ein zweites gibt”. Bei Zwillingen treten zwei Formen auf. Einmal die Form des eineiigen Zwillings und zum zweiten die Form von zweieiigen Zwillingen. Eineiige Zwillinge entstehen aus einer einzigen befruchteten Eizelle. Das besondere hierbei ist die gleiche Erbanlage und das gleiche Erbgut, was bei diesen Zwillingen vorliegt. Im Laufe der Entwicklungszeit verändern sich die Zwillinge aber trotzdem in verschiedene Richtungen, weil die unterschiedlichen Erfahrungen die Zwillinge unterschiedlich prägen. Das macht sich auch äußerlich bemerkbar. Je mehr die Zwillinge jeweils fürs sich unterschiedliche Lebenswege wählen, desto größer wird ihr Unterschied. Das erklärt auch, dass bei gengleichen Zwillingen schon ab Geburt an, unterschiedliche Gene aktiviert werden. Bei zweieiigen Zwillingen wurden innerhalb eines Zyklus die gereiften Eizellen von zwei Spermien befruchtet. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere, aber sehr selten auftretende Möglichkeiten, der Entstehung von Zwillingen.

Der Begriff Mehrling umfasst neben den Zwillingen ebenso die Drillinge, die Vierlinge, die Fünflinge etc., also alle Kinder, die von genetisch gleichen Eltern in einer Schwangerschaft herangewachsen und im selben Geburtsvorgang das Licht der Welt erblickten. Je nachdem wie viele Kinder bei einem Geburtsvorgang zur Welt kamen, werden die Mehrlinge dann benannt. Das Wort Drilling leitet sich von der Zahl drei, das Wort Vierling von der Zahl vier ab, usw.. So entstanden die Mehrlingsbezeichnungen.



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